Taubenvergrämer aus aus aus

Ach, nee, doch nicht

Was mir wichtig ist

with 8 comments

Liebe Michnichtwähler,

das Leben steckt voller Fragen. Keine Frage ist allerdings, dass nur Wegbleiben oder Hingehen-aber-Ausweichen das Leben lebenswert machen. Die Reize des Fernbleibens habe ich bereits an dieser Stelle beleuchtet. Heute möchte ich das Aus-dem-Weg-Gehen, vulgo: Ausweichen, in den Fokus rücken. Eigentlich wollte ich den Suizid thematisieren, bin dem aber ausgewichen.

Immer noch machen viele Menschen den Fehler, sich dem sozialen Miteinander zu stellen. Sogar Probleme gehen sie entschieden an. Das ist ein großer Fehler, denn denn es bindet Ressourcen, die man viel besser im Herumliegen oder Kriechen investieren könnte. Sich mit Menschen zu treffen, Netzwerke zu bilden, macht Sie vielleicht reich und sexuell attraktiv, aber es geht Ihnen irgendwann nur noch auf die Nüsse. Und wer will schon reich und sexy sein, wenn er auch seine Ruhe haben kann? Außerdem bringt Reden mit anderen Menschen Pech, aber keine Pizza. Dafür brauchen Sie einen Pizzaservice. Aber das ist ein anderes Thema.

Sollten Sie trotzdem den Drang verspüren, auf eine Feier oder zur Arbeit zu gehen, weil Sie z.B. das Büffet genießen oder die Essensgutscheine abholen möchten, dann setzen Sie auf das Ausweichen. Entgegen landläufiger Meinung muss dieser Vorgang nicht geschickt ausgeübt werden. Sie können einem Menschen auch ungeschickt ausweichen. Hauptsache er kriegt sie nicht.

Streng voneinander zu unterscheiden: das körperliche und das geistige Ausweichen. Beim körperlichen Ausweichen rennen Sie einfach vor den Menschen davon, mit denen Sie zur Zeit absolut nicht reden wollen. Oder Sie hechten nach links oder rechts weg. Je mehr Menschen sie auf keinen Fall begegnen möchten, desto mehr müssen Sie sich bewegen und eventuell sogar über Einrichtungsgegenstände hüpfen. Körperliches Ausweichen bedarf also einer guten Kondition. Ich habe schon ganze Abende damit verbracht auf einer Party allen auszuweichen und davon zu laufen – und dabei in einer 20 Quadratmeter-Wohnung die Entfernung eines Marathons zurückgelegt. Wenn Sie demnächst auf einer Party jemanden im Affenzahn durch die Bude rennen, hinter einem Sessel kauern oder von Regal zu Regal springen sehen – das bin ich.

Das geistige Ausweichen gestaltet sich deutlich einfacher und kostet weniger Mühen. Bei dieser Technik können Sie die Leute ruhig nahe an sich heran kommen und auf Sie einreden lassen. Sie antworten einfach immer mit “Lurchi, Lurchi, Lurchi”. Das Gespräch ist bald zu Ende. Doch Vorsicht: Immer mehr Menschen, die ein Gespräch führen möchten, geben sich auch mit der surrealistischen Variante zufrieden und antworten mit “Kikerki, Du Kuckuck!” Hier hilft nur eins: Überlegen Sie sich gut, ob Sie nicht besser zu Hause geblieben wären.

Das nächste Mal gehts um das Thema “Nasenduschen in Gesellschaft – ein neuer Volkssport, liebes Sportsvolk?”

Written by januwefitz

Juni 26th, 2009 at 9:35 am

Posted in Allgemein

8 Responses to 'Was mir wichtig ist'

Subscribe to comments with RSS or TrackBack to 'Was mir wichtig ist'.

  1. Wer hätte gedacht, dass ich noch einmal zum Thema soziale Netze etwas lernen hätte können.

    Vielen Dank.

    M.i.M.

    26 Jun 09 at 10:01

  2. Ich bin da ganz meiner Meinung!

    KonFerenz

    26 Jun 09 at 10:17

  3. Kikerki, Du Kuckuck! Ich bitt Sie, werter Herr Fitz!

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

    Erdge Schoss

    26 Jun 09 at 10:42

  4. Wäre noch die Mischform aus beiden zu nennen: Das Ausweichen vor geistigen Annäherungen, welche daherkommen in Einheit mit “körperlichen” oder gar gewaltsamen Mitteln. Bei solcher Art geistiger Annäherungen fragt sich dann, ob es sich tatsächlich um solche geistigen handelt, so berechtigt womöglich ihr Anliegen ist. Und bleibt einem um der eigenen Würde und Integrität nichts weiter, als solchen gewaltsam-”geistigen” Ansprachen auszuweichen.

    Ulla

    26 Jun 09 at 17:19

  5. Ich merke, dass ich noch gewaltig üben muss. Ich wollte eigentlich stark sein und diesem Kommentar ausweichen, doch das Gesetz, welches beschreibt, dass Menschen nicht auf Verneinungen reagieren können, zwingt mich dazu. Beispiel? Denken Sie jetzt mal nicht an einen rosa Elefanten!

    Vielen Dank für Ihren gelungen Wortbeitrag!
    Aufrichtig!

    Torsten Luttmann

    TorstenLuttmann

    26 Jun 09 at 17:33

  6. Dem Himmel sei Dank werden Sie Keinkanzler, also auch Keinking; damit werden Sie ewig leben.
    Schön.
    Ihre Nichtwählerin,
    f.c.

    funky.cinderella

    26 Jun 09 at 19:11

  7. Ich wollte eigentlich dem Kommentieren ausweichen. Es gelang aber nicht. Der Beitrag weist eine zu starke Einweichungskraft auf.

    Weicht das von Ihrer Intention ab? Ich denke, man sollte diese Schilderungen schnellstens etwas aufweichen.

    Guenter Krass

    27 Jun 09 at 07:14

  8. Und jetzt vergass ich bei aller Aufregung, Gruesse aus Australien auszuteilen.

    Guenter Krass

    27 Jun 09 at 07:15

Leave a Reply