Noch 34 Tage bis zum Beginn meiner Lesereise
Ja, es geht auf Lesereise. Ich werde ab dem 21.5. ein paar Orte aufsuchen, um meine erschütternde Autobiografie “Wenn ich was kann, dann nichts dafür. Aus dem Leben eines Vergrämers” vorzustellen. Von Berlin geht es nach Basel (21. und 22. Juni), nach München (23. Juni) zurück nach Berlin nach Köln nach Nürnberg nach Wuppertal und nach Hamburg – falls sich in Hamburg noch eine Location findet. Wer einen Tipp für mich hat oder seine Bar oder Mehrzweckhalle gleich zur Verfügung stellen möchte, teile er es mir mit.
Aber nicht nur die Route ist grotesk, haut es mich doch wie einen Flummi kreuz und quer durch Deutschland (statt beispielsweise von Köln nach Wuppertal zu reisen, nehme ich den Umweg über Nürnberg), sondern auch meine Begleiter sind lästig wie Schmeißfliegen: Markus Tschannen, auf Twitter als @souslik aktiv, Bruno Santschi (@prunio) und Blutvollalkoholmusiker Victor Vaudeville alias Erdgeschoss. Fragen Sie mich nicht, warum ich ausgerechnet diese drei unansehnlichen Herren mitnehme und nicht drei engelsgleiche weibliche Wesen. Vermutlich liegt es daran, dass außer diesen drei Herren niemand mit mir gereist wäre. Insbesondere kein weibliches Wesen.
Doch lange dürften es auch die drei Kerle nicht aushalten. Denn ich habe meine Tauben dabei. Und mit dem Federvieh in einem Auto zu sitzen, ist nicht Jedermanns Sache. Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass es die Tauben nicht aushalten. Es wird spannend: auf der einen Seite meine Tauben, auf der anderen Seite die drei Kerle. Und ich zwischen den Fronten. Vermittelnd.
Lesen Sie morgen: Wie kann man so eine Reise eigentlich finanzieren?
Ein Taubenvergrämer auf Lesereise
Am 10.6. erscheint mein Buch “Wenn ich was kann, dann nichts dafür”. Auf einer Lesereise durch die Schweiz und Deutschland stelle ich es ausführlich vor. Kommen Sie auch.
10.6., 19.30 Uhr Stadtbibliothek KÖLN
20.6., 20.30 Uhr Z-Bar BERLIN
21.6., 20 Uhr Nasobem BASEL
22.6., 20 Uhr Nasobem BASEL
23.6., 20.30 Uhr im Hard Rock Café MÜNCHEN
24.6., 20 Uhr 4010, BERLIN
25.6. 19 Uhr 4010, KÖLN
26.6., 20 Uhr Weinerei NÜRNBERG
27.7., 20 Uhr Zum Köhlerliesl, Obergrünewalderstr. 3, WUPPERTAL
An meiner Seite: der wunderbare Erdgeschoss sowie die beiden seltsamen Schweizer Twitterer @Souslik und @Prunio.
Treffen sich zwei Taubenvergrämer
Mann mit der Geige: Na?
Frau am Tisch: Äh, na?
Mann mit der Geige: Sehen Sie hier irgendwo Tauben?
Frau am Tisch: Äh, nein.
Mann mit der Geige: Und wissen Sie auch warum?
Frau am Tisch: Äh, nein.
Mann mit der Geige: Weil wir sie vergrämt haben.
Frau am Tisch: Aha.
Mann mit der Geige: Ja.
Frau am Tisch: Schön.
Mann mit der Geige: Mit unserer Musik.
Frau am Tisch: Soso.
Mann mit der Geige: Wir sind nämlich musizierende Taubenvergrämer. Bzw. Musical Pigeons Eliminator. Wir vergrämen Tauben kraft unserer Musik.
Frau am Tisch: Aha. Schön.
Mann mit der Geige: Ist wie Rock gegen Rechts. Nur gegen Tauben. Und es hilft tatsächlich!
Frau am Tisch: Aha.
Mann mit der Geige: Wir haben sogar ein Motto, das sich reimt:
Taube sind schnell hien,
hörn sie unsre Melodien.
Und das Beste ist: Unsere Musik wirkt auch präventiv. Wo wir musiziert haben, da
lässt sich so schnell keine Taube mehr nieder. Da legt keine Taube mehr so schnell
ein Ei, das sage ich Ihnen.
Frau am Tisch: Wir würden jetzt gerne essen.
Mann mit der Geige: Macht 414,25 €.
Frau am Tisch: Was?
Mann mit der Geige: Das Taubenvergrämen. Glauben Sie, das ist kostenlos?
Frau am Tisch: Aber wir wollten ja gar nicht, dass Sie Tauben vergrämen.
Mann mit der Geige: Dafür ist es jetzt ein bisschen spät. Das hätten Sie sagen müssen, bevor wir losgerockt haben.
Frau am Tisch: Wir konnten ja nicht wissen, dass Sie spielen, um Tauben zu vergrämen. Wir
dachten, Sie musizieren zu unserer Unterhaltung.
Mann mit der Geige: Glauben Sie im Ernst, wir spielen “Cherie Cherie Lady”, um zu unterhalten? Wenn
wir nicht wären, hätten Ihnen die Tauben längst aufs Essen geschissen. Und eins
sage ich Ihnen: Liegt Taubenkot auf dem Essen, können Sie das Essen vergessen. Haha. Kleiner Reim. Von mir.
Frau am Tisch: Das kann ja sein, aber wir hatten die Tauben schon vergrämt, bevor Sie gekommen
sind.
Mann mit der Geige: Was?
Frau am Tisch: Wir haben selbst dafür gesorgt, dass alle Tauben von hier verschwinden.
Mann mit der Geige: Echt?
Frau am Tisch: Wir sind nämlich auch Taubenvergrämer.
Mann mit der Geige: Und wo sind die Vögel jetzt, Frau “Taubenvergrämer”?
Frau am Tisch: Hier auf unserem Teller. Wir töten die Vögel nicht nur, wir essen sie auch gleich auf.
Mann mit der Geige: Wenn Sie auch Taubenvergrämer sind: Haben Sie auch ein Unternehmensmotto, das
sich reimt?
Frau am Tisch: Natürlich: Sind die Tauben zu gut drauf, essen wir sie einfach auf.
Mann mit der Geige: Dann: Hallo Kollege.
Frau am Tisch: Hallo.
Mann mit der Geige: Gibt ja wahnsinnig viele Taubenvergrämer zur Zeit.
Frau am Tisch: Ist der neue In-Beruf.
Mann mit der Geige: Und das auf Ihrem Teller ist also gar kein Hühnchen?
Frau am Tisch: Nein, Taube. Selbst gefangen, getötet, zubereitet – und jetzt wir sie aufgegessen. Happ! Happ!
Mann mit der Geige: Dann wünschen wir guten Appetit.
Frau am Tisch: Sie müssten vielmehr uns bezahlen. Wenn wir nicht wären, hätten Ihnen die Tauben
schon in die Geige gekackt – bevor Sie auch nur den ersten Ton hätten spielen
können. Macht 414,25 €.
Mann mit der Geige: Habe ich schon erwähnt, das wir noch eine zweite Kunst beherrschen? Und zwar
können mit unserer Musik auch Tauben anlocken. Auch da haben wir ein Motto, das
sich reimt:
Sind keine Tauben in der Nähe,
locken wir sie einfach an. Plus eine Krähe.
Frau am Tisch: Plus eine Krähe?
Mann mit der Geige: Ja, die kommt manchmal einfach mit. Keine Ahnung, warum die mit den Tauben
rumzieht. Ist aber ganz praktisch für unseren Reim. Besser als ein Bussard zum Beispiel.
Frau am Tisch: Sind keine Tauben in der Nähe,
locken wir sie einfach an. Plus einen Bussard.
Mann mit der Geige: Das klänge ja scheiße
Frau am Tisch: Ich finde, alle Ihre Reime klingen scheiße.
Mann mit der Geige: Sie sind nur neidisch, weil wir das schönere Motto habe. Dann locken wir die Tauben jetzt mal an. Mit “Brother Louie,
Louie, Louie.”
Frau am Tisch: Oh, nein! Wenn die sehen, dass wir ihre Artgenossen
verspeisen, gibt es einen Shitstorm.
Mann mit der Geige: Dann bezahlen Sie halt 414,25 €. Und keine Taube erfährt von uns ein
Sterbenswörtchen..
Frau am Tisch: Nehmen Sie Karte?
Mann mit der Geige: Nein.
Frau am Tisch: Bar?
Mann mit der Geige: Auch nicht.
Frau am Tisch: Sondern?
Mann mit der Geige: (kleinlaut) Gar nichts. Ich habe geblufft. Wir können keine Tauben anlocken. Die
Runde geht an Sie. Aber sagen Sie: Können die anderen am Tisch eigentlich nicht
reden?
Frau am Tisch: Keine Ahnung. Ich weiß gar nicht, wer die sind. Habe mich einfach zu ihnen gesetzt.
Mann mit der Geige: Unter uns: Ich weiß auch gar nicht, wer der Akkordeonspieler an meiner Seite ist. Aber ich traue mich nicht ohne zu vergrämen.
Frau am Tisch: Darf ich jetzt essen?
Mann mit der Geige: Ach, halt’s Maul.
Die Kurz-Hörspiele
Kunden gibt`s tststs
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Das Gnu in der Metzgerei
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Die Frau im Mond
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Doktorspielchen
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Das Alpenglühn
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Die Zauberbrötchen
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Der begrabene Hase
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Das Kulturradio vom RBB hat sich mir einfach aufgedrängt
Die Gefahren des Balz-Tanzes
Beim Balztanz sollte man hochkonzentriert sein. Aus langjähriger Erfahrung weiß ich: 99 % aller Balztänze bewirken das Gegenteil.
ICE fahren was my first love
Manchmal fahre ich Zug. Dabei habe ich gelernt: Wer nicht angibt, als gäbe es kein Morgen, fällt negativ auf. Also setze ich mich schon mal neben einen anderen Mitreisenden und sage deutlich:
“Ich will nicht angeben, aber Sie wissen, dass Sie es mit Ihrem Sitznachbarn auch schlechter hätten erwischen können?”
Oder:
“Heute ist Ihr Glückstag. Ich bin als Sitznachbar das kleinste Übel.”
Und wenn mein Sitznachbar nicht stinkt, applaudiere ich ihm sogar mal. Bis Kassel-Wilhelmshöhe. Steigt er dort nicht aus, klatsche ich auch bis Göttingen. Es sei denn, der Zug fährt in die andere Richtung.
Der proaktive Taubenvergrämer
Gestern klingelte ich mal wieder an einer x-beliebigen Haustür. Die Dame des Hauses öffnete und fragte:
“Was’n?”
“Fitz, mein Name. Taubenvergrämer. Haben Sie Tauben?”
“Keine einzige.”
“Sicher?”
“Sehe ich aus, als hätte ich Tauben?”
“Viele Menschen wissen nicht, dass sie Tauben in der Wohnung haben.”
“Das wäre mir aber aufgefallen.”
“Sagen Sie das nicht! Sind Ihnen in letzter Zeit seltsame Kotflecken in der Wohnung aufgefallen?”
“Nein.”
“Schade.”
“Dann schönen Tag noch.”
“Soll ich Ihre Wohnung nicht lieber mal prophylaktisch auf Tauben untersuchen? Wer weiß? Vielleicht hat sich ein Vogel in Ihrem Kühlschrank versteckt? Und Sie wissen es nur noch nicht.”
“Habe eben erst Butter aus dem Kühlschrank geholt. Eine Taube wäre mir aufgefallen.”
“Vielleicht in Ihrem Sockenfach?”
“Habe eben erst Butter aus dem Sockenfach geholt. Eine Taube wäre mir aufgefallen.”
“Aber nicht, dass Sie mich später im Internet anprangern, wenn doch eine Taube in Ihrer Wohnung ist.”
“Warum sollte ich Sie später anprangern, wenn ich Ihnen schon jetzt eine Ladung Pfefferspray in die Visage ballern kann?”
“Da haben Sie natürlich recht.”
Lesen Sie morgen: The return of the proaktive Taubenvergrämer.
Taubenvergrämer live: zum Beispiel am 6. Mai um 20.30 Uhr in Berlin in der Yuma Bar.
Gespräche beenden, aber mit Feingefühl!
Zur Zeit arbeite ich an meinem dritten Buch. Es heißt “Gespräche beenden, aber mit Feingefühl!”.
Lektion 1:
“Sind Sie schon immer unter meinem Niveau oder fällt mir das nur jetzt erst auf?”
Fall 34
Gestern klingelte das Telefon. Ich hob ab und meldete mich mit:
“Fitz.”
“Taubenvergrämer Fitz?”
“J-ja?”
“Wir haben eine Taube auf dem Balkon. Können Sie die wegmachen?”
“Kann ich. Aber Sie wissen, dass für jede vergrämte Taube zwei nachwachsen?”
“Nee, wusste ich nicht.”
“Ist aber so.”
“Dann lass ich die Taube besser in Ruhe.”
“Würde ich auch sagen.”
Dann hängte ich ein und dachte: Ob ich so je auf einen grünen Ast komme?
Mehr über Tauben und Vergrämen in diesem wegweisenden Buch.

