Taubenvergrämer aus aus aus

Ach, nee, doch nicht

Kurze Spiele für lange Reisen

„Haben Sie Lust auf ein Spiel?“

„Kommt drauf an, was.“

„Abwechselnd ohrfeigen, bis einer heult?“

„Klingt unterhaltsam.“

„Ist Spiel des Jahres 2015 in der Kategorie „Schmerzhafte Spiele.“

„Und wie spielt man das?“

„Wir ohrfeigen uns abwechselnd, bis einer heult.“

„Hm.“

„Kennen Sie „Abwechselnd in den Magen hauen, bis einer kotzt“? Das ist so ähnlich.“

„Nee, kenn ich nicht.“

„Und „Abwechselnd in den Arsch treten, bis einer wimmert „Hör doch mal auf, ey“?“

„Das kenn ich!“

„Dann wissen Sie ja: Wer das Spiel vorgeschlagen hat, hat auch den ersten Schlag. Ich werde Sie jetzt ohrfeigen und anschließend sofort losheulen. Damit ist das Spiel vorbei und Sie haben gewonnen…“

„Jippieh! Gewinne ich einen Preis?“

„Und was für einen! Sie dürfen, und jetzt halten Sie sich fest…“

„Bibber!!“

„…die Zugtoilette vor dem Verlierer aufsuchen, wenn der mal tierisch dringend muss.“

„Wow! Dagegen sind 14 Tage Hawaii ja ein Dreck.“

„Das Mitspielen soll sich ja lohnen.“

„Haben Sie eigentlich jemals gewonnen?“

„Nein. Ich bin ganz schlecht in dem Spiel.“

„Ich mach Sie alle!“

Written by januwefitz

Juli 8th, 2015 at 5:39 am

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Meine Kindheit

Unbearbeiteter Auszug aus meinem neuen Hörbuch „Wenn ich was kann, dann nichts dafür. Aus dem Leben eines Vergrämers“.

Mein erstes Buch „Entschuldigen Sie meine Störung“ gibt es hier.

 

Written by januwefitz

Juni 25th, 2015 at 6:36 am

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Ego-Newsflash!

In letzter Zeit höre ich häufiger, ich sei ruhig und bescheiden. Ich weise das Kompliment aber immer sofort zurück. Nicht weil ich ruhig und bescheiden wäre, sondern im Gegenteil: weil es nicht stimmt. Ich erzähle normalerweise ständig und sehr laut von meinen Erfolgen und vorbildlichen Eigenschaften, und stelle mein Licht dabei nun wahrlich nicht unter den Scheffel. Ich trage so dick auf wie ein bayrischer Ministerpräsident im Wahlkampf, und wie er schmücke ich mich dabei auch gerne mit fremden Lorbeeren oder denke mir beeindruckende Zahlen aus.

Allerdings gab es in letzter Zeit einen Vorfall, der mich etwas nachdenklich gemacht hat. Deshalb habe ich beschlossen, ein Prahlpäuschen einzulegen. Vielleicht musste das einfach mal sein, vielleicht habe ich es in den letzten Jahren mit der Angeberei doch etwas übertrieben.

Ich verrate Ihnen auch, was passiert ist: In den letzten Wochen muss ich gleich zwei Mal eine Hymne auf mich selbst mittendrin abbrechen – weil ich von mir so gerührt war, dass ich weinen musste. Die Tränen selbst waren nicht das Problem, ich zeige gerne mal Gefühle, und wenn ich selbst der Auslöser dafür bin, umso besser. Ich fühle fast eine Verpflichtung gegenüber der Menschheit, von Zeit zu Zeit mein Inneres nach Außen zu ziehen, und der Welt meine sensible Seite zu präsentieren. Nein, das Problem war vielmehr: Vor Ergriffenheit versagte auch meine Stimme. Ich schluchzte! Und schluchzend klingt jeder Mensch albern. Sogar ich. Der dafür berühmt ist, in jeder Lage eine gute Figur abzugeben.

Wäre mir dieser Faux-pas nur ein Mal widerfahren, hätte ich mir nichts dabei gedacht, aber beim nächsten Gespräch passierte es wieder! Und da dachte ich mir: Moment! Vielleicht ist das ein Warnsignal! Vielleicht will mein Körper mir etwas sagen. Und was will einem ein Körper schon anderes sagen: Schon dich!

Also schone ich mich. Vorübergehend. Deshalb wirke ich ruhig und bescheiden. Ich höre einfach den anderen zu. Aber lange halte ich das nicht mehr aus. Früher ist mir das nicht aufgefallen, weil ja immer ich geredet habe: Aber die Leute erzählen vielleicht ein langweiliges Zeug! Bevor ich mir das antue, rede ich doch lieber selbst. Ich bin wenigstens interessant und unterhaltsam.

Written by januwefitz

Mai 30th, 2015 at 6:49 pm

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Gestern auf der Party

„Ich hasse Polonaise.“

„Wie bitte? Sie haben das Drecksding doch gestartet!“

„Nur Ihnen zuliebe! Weil Sie sich nicht getraut haben!“

„Ich hasse Polonaise mindestens so sehr wie Sie. Ich mache nur aus Höflichkeit mit! Und weil Sie so allein wirkten.“

„Dann können wir das beschämende Schauspiel ja beenden. Die anderen Gäste gucken sowieso schon so komisch.“

„Eine Runde noch!“

„Au ja!“

Written by januwefitz

Mai 12th, 2015 at 4:06 am

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Live-Aufnahme am 19.5. um 20 Uhr.

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Audible war so reizend, die Hörbuchrechte meiner drei Bücher zu erwerben. “Entschuldigen Sie meine Störung” wurde bereits vor einem Jahr auf die Hörer losgelassen (Sprecher: moi!),  “Wenn ich was kann, dann nichts dafür” werde ich im Juni aufnehmen. Und als wäre das nicht absurd genug, produziert Audible im sechswöchigen Rhythmus auch noch alle 8 Teile von “Tote Tauben nerven nicht”. Live. In der bezaubernden Bar “Die nächtliche Chaostheorie” (Lychener Str. 4, 10437 Berlin/ Prenzlauer Berg. Zwei Teile sind bereits im Kasten (das Foto links gehört zu Teil 2 und ist Folge eines Fluchs, der mir alle Passfotos versaut), der dritte folgt am 19.5. um 20 Uhr. Diesmal u.a. mit dem “Besuch des erzürnten und gewaltbereiten Amazon-1-Sterne-Rezensenten”. Es ist mir sehr unangenehm, aber ich möchte an dieser Stelle um einen Zuschauer betteln. Bis zu 40 passen insgesamt rein. Aber einer wäre schon toll. Der Eintritt ist auch frei und wer lachet, wird schon mal mit einem Bier belohnt. Der Lachen darf natürlich vorgetäuscht sein. Da mache ich keine Unterschiede. Bis dann. Hoffentlich. Facebook-Event. 3-Minuten-Lesung auf Flux.fm

Written by januwefitz

Mai 11th, 2015 at 9:37 am

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Mein Leben als Senf

Ich glaube, ich möchte Ihnen doch erzählen, wie das damals war, als Senf. Denn wenn ich genau darüber nachdenke, war es nicht allzu schön. Ich muss das aufarbeiten. In einem Buch.

In meiner Zeit als Senf habe ich sehr darunter gelitten, Senf zu sein. Wenn ich das heute mitunter vergesse, dann nur, weil es noch schlimmer ist, ein Taubenvergrämer zu sein. Dabei hatte ich schon in der Schule nur diesen einen Wunsch: Eines Tages mal Senf zu werden. Meine Mitschüler träumten vom Arztberuf, aber wenn ich gefragt wurde, was ich mal werden wolle, antwortete ich: »Senf. «

Wie oft musste ich dann hören, das sei kein Beruf, und wie oft habe ich geantwortet: »Sondern?» Und wie oft hieß es dann: »Eine Art… Gewürz.« Und wie oft antwortete ich dann wieder »Egal, ich werde Senf. « Als ich das Abitur gemacht hatte, bewarb ich mich als Senf in einer Würstchenbude am Rande unserer Kleinstadt. Ich bekam den Job. Meine Aufgabe bestand zunächst darin, mich auf die Papptellerchen zu legen und appetitlich auszusehen.

Ich erinnere mich noch genau an mein erstes Mal: »Ein Rebell-Burger, ey«, rief ein Kunde. »Mit Senf?«, fragt der Inhaber des Imbiss’, dessen nach ihm benannter Rebell-Burger weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war.
»Logo!«
»Jan-Uwe, kommst du mal?«

Das war mein großer Moment. Ich trat neben meinen Chef und fragte zitternd vor Aufregung:
»Ja?«
»Der Herr will den Rebell-Burger mit Senf. Legst Du Dich bitte auf den Teller?»
»Klar.«

Ich drapierte mich auf dem Teller, mein Chef platzierte den Rebell-Burger neben mir und reichte das Gebilde seinem Kunden. Der stippte seinen Burger immer wieder in mich hinein und sagte »Hm, lecker!«

Schlimm wurde es aber in starken Geschäftszeiten, wenn mehrere Bestellungen gleichzeitig eingingen. Ich wusste gar nicht auf welchen Teller ich mich zuerst legen sollte. Ich konnte ja schlecht auf mehreren Tellern gleichzeitig liegen. Außerdem kam es während meiner Urlaubszeit zu Senf-Engpässen:
»Ketchup?«
»Lieber Senf. «
»Der ist im Urlaub.«

Eine Urlaubsvertretung war nicht leicht zu finden. Mein Chef sagte immer: »Finden Sie in der heutigen Zeit mal einen anständigen Senf.«

Auszug aus „Tote Tauben nerven nicht, Teil 1.

 

Written by januwefitz

April 29th, 2015 at 8:15 am

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Gestern im Speisewagen

„Haben Sie auch das Gefühl, dass die Atmosphäre zwischen uns beiden völlig vergiftet ist?“
„Ich wusste bis eben nicht mal, dass Sie auch im Speisewagen sitzen.“
„Dann achten Sie jetzt mal bitte drauf. Ich frage in einer halben Stunde noch mal.“

Written by januwefitz

April 21st, 2015 at 12:56 pm

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Vorübergehend defekt

Haben Sie eigentlich was gegen mich?
Überhaupt nicht! Wie kommen Sie denn auf die Idee?
Wegen Ihrer Körpersprache.
Ach, ignorieren Sie die einfach. Die ist zur Zeit kaputt und macht, was sie will.
Dann hat es also nichts zu bedeuten, dass Sie mich ständig anspucken?
Nein. Das ist überhaupt nicht abwertend gemeint. Sorry, wenn das so rüberkommt.
Dann ist gut.
Ich bin froh, dass Sie gefragt haben und ich die Sache klarstellen konnte.
Und ich erst.

Written by januwefitz

März 23rd, 2015 at 11:13 pm

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Wie geht dieses Lied weiter?

Wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind, dann

A) sind wir jenseits von Eden.
B) äfft es den Opa nach.
C) ist es wieder von so einem scheiß Dämonen besessen.
D) ist der Balg doch deutlich älter, als er aussieht.

Written by januwefitz

Februar 3rd, 2015 at 11:29 am

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Eine Liebesgeschichte.

Written by januwefitz

Januar 1st, 2015 at 5:08 pm

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