Taubenvergrämer aus aus aus

Ach, nee, doch nicht

Besondere Menschen, Teil 1

Heute starte ich auf diesem Blog eine neue Serie. Zugegeben: An Serienstarts mangelt es hier nicht, und natürlich wäre es schön, wenn ich eine Serie auch einmal fortsetzen würde. Aber dazu verliere ich zum einen zu schnell den Faden – oft weiß ich am Ende eines Satzes schon nicht mehr, wie ich ihn begonnen habe – und außerdem gehen mir meine Serien am Arsch vorbei.

Ich bin aber zuversichtlich, dass dem ersten Teil von “Besondere Menschen” weitere folgen werden, und harre gespannt der weiteren Entwicklung.

Zum Start der neuen Serie möchte ich Ihnen Ludger Niebaum vorstellen, einen jungen Westfalen, den ich kürzlich in einem Wartezimmer eines bayerischen Puffs kennenlernte, und der für mich deshalb ein besonderer Mensch ist, weil er so ehrlich mit sich selbst umgeht.

 

“Herr Niebaum, Sie sagen von sich selbst, Sie hätten keine Ahnung, was Sie reden. Können Sie uns ein bisschen davon erzählen.”

“Klaus ist Gärtner.”

“Danke für das Gespräch.”

“Hühnchen.”

Written by januwefitz

Januar 30th, 2015 at 10:17 am

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Postpostpostmodernes Liebesflüstern 1

„Hörst Du das?“
„Was denn?“
„Sie spielen unser Lied!“
„Ich fand unser Lied eigentlich immer scheiße.“
„Ich auch.“
„Apropos: Wollen wir uns nicht trennen?“
„Ich dachte, wir wären schon längst auseinander.“
„Wusste ja nicht, dass du das gemerkt hast.“

Das ganze live: Bei Leipzig liest.

Am 13.3., 12.30 bis 13 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel.

Am 13.3., 20 Uhr mit dem wilden Fréderic Valin in der Rumpelkammer.

Am 14.3., 20 Uhr mit Luci van Org und Christian von Aster in Noels Ballroom.

 

Sowie in folgenden Städten:

26.2., 20 Uhr BERLIN: Jour Fitz im 4010 . Eintritt und Getränke frei.

28.2, 19.30 Uhr HAMBURG: Club 20457 mit der wunderbaren Anne Weiss.

5.3., 20 Uhr KARLSRUHE: Weinhandlung Musketier.

Written by januwefitz

Januar 29th, 2015 at 9:20 am

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Wenn der Fitze mit der Zitze

Sie haben weder ein interessantes Leben noch Fantasie und schreiben können Sie schon mal gar nicht? Dann veröffentlichen Sie doch ein Buch! Sammeln Sie, was das Zeug hält: Zettel, SMS, Dummheiten oder Listen. Oder machen Sie es wie ich: Belauschen Sie Gespräche und schreiben Sie sie auf. Gestern wurde ich in der Bahn Zeuge des folgenden Dialogs zwischen zwei Männern:

„Unterhalten Sie sich manchmal auch mit Ihren Zitzen?“

„Was?“

„Ob Sie manchmal mit Ihren Nippeln reden.“

„Nein.“

„Ich schon.“

„Aha.“

„Ja. Aber das Gespräch geht nie von mir aus.“

„Was?“

„Ich spreche nicht meine Brustnippel an, sondern die mich.“

„Und was sagen sie?“

„Wer jetzt?“

„Ihre Brustnippel.“

„Je nachdem, wer von beiden spricht.“

„Was sagt der linke?“

„Dass er traurig ist.“

„Warum?“

„Weil ich ihn nicht so lieb habe wie den rechten.“

„Hat er damit recht?“

„Nun ja….“

„Sie bevorzugen Ihren rechten Brustnippel gegenüber Ihrem linken?“

„Nein. Das nicht. Bevorzugen wäre zu viel gesagt. Ich achte darauf, beide gleichberechtigt zu behandeln. Aber emotional stehe ich dem rechten doch etwas näher als dem linken. Aber das lass ich ihn nicht spüren. Ich wasche meine linke Zitze genauso intensiv wie meine rechte. Vielleicht sogar intensiver, damit gar nicht erst ein Verdacht aufkommt.“

„Aber trotzdem merkt die linke etwas und fühlt sich zurückgesetzt.“

„Ja. Anscheinend. Das läuft wohl eher auf einer nonverbalen Ebene ab.“

„Was sagt Ihre linke Zitze, wenn sie mit Ihnen spricht?“

„Sie möchte wissen, ob Sie mir irgendetwas getan hat, weshalb ich Sie weniger lieb habe als die rechte. Und ob sie etwas tun könne, um das zu ändern.“

„Das ist aber sehr edel von ihr.“

„Oh, ja. Man kann meiner Zitze nichts vorwerfen. Sie ist eine mustergültige Zitze.“

„Und was antworten Sie?“

„Dass das nicht stimmt. Ich hätte sie genauso lieb wie ihr Pendant auf der anderen Seite. Ich würde keinen von beiden bevorzugen.“

„Aber sie glaubt Ihnen nicht.“

„Nein, Sie glaubt mir nicht. Und dann weint sie.“

„Ihre linke Zitze weint?“

„Oh ja! Bittere Tränen! Manchmal wird Sie aber auch wütend. Dann ruft sie alle meine linken Körperteile zum Streik auf. Sie redet denen ein, ich würde alle meine linken Körperteile emotional benachteiligen. Und die glauben ihr das auch noch. Wenn meine linke Körperhälfte im Warnstreik ist, dann höre, sehe, rieche, gehe und winke ich nur noch mit rechts. Wochenlang kann das gehen.“

„Haben Sie Ihr rechtes Nasenloch lieber als Ihre linke Arschbacke?“

„Nein. Bei Quervergleichen gilt das nicht automatisch, dass ich rechts links bevorzuge. Ich habe zwar meine linke Arschbacke nicht so lieb wie meine rechte, aber immer noch lieber als meine rechte Zitze. Die aber dafür die linke Zitze aussticht. Und mein linkes Nasenloch. Mein linkes Nasenloch kann ich überhaupt nicht leiden. Die ist ein Arschloch.“

„Leben Sie eigentlich gern?“

„Meine rechte Körperhälfte schon.“

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Januar 21st, 2015 at 1:15 pm

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Auftritte in Hamburg, Karlsruhe, Berlin und auf der Buchmesse Leipzig

Leipzig liest. Bzw. lässt lesen. Auch ich darf wieder. Diesmal sogar drei Mal. U.a mit dem 2. Teil von “Der Unerträgliche”.

Am 13.3., 12.30 bis 13 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel.

Am 13.3., 20 Uhr mit dem wilden Fréderic Valin in der Rumpelkammer.

Am 14.3., 20 Uhr mit Luci van Org und Christian von Aster in Noels Ballroom.

Und außerdem:

26.2., 20 Uhr BERLIN: Jour Fitz im 4010 . Eintritt und Getränke frei.

28.2, 19.30 Uhr HAMBURG: Club 20457 mit der wunderbaren Anne Weiss.

5.3., 20 Uhr KARLSRUHE: Weinhandlung Musketier.

 

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Januar 20th, 2015 at 5:08 pm

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Vögel der Nacht

Polonaise unterm Taubenschwarm
Zieht durch die schwüle Sommernacht.
Die Kräh aus Träumen wirr erwacht.
Zum Schlafen war ihr eh zu warm.

 

Tauben sind nicht in Mode; waren sie nie. Und trotzdem habe ich sie wie keine anderen Vögel gelesen, studiert, in mich aufgenommen, mir zu eigen gemacht. Tauben: Die Außenseiter, die mit den dunklen Schatten, die Ratten der Lüfte. Gurren mit dem Klang von Cellotönen kurz vor dem Zerreißen. Den Kopf albern wippend, bis zur Schmerzgrenze, sekündlich bereit, abzufallen. Viren und Erreger voll von Geheimnis, Schwere, Düsternis. Manchmal sich aufschwingend zum Himmel, aber nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Mir wesensverwandt, dachte ich damals, denke ich noch immer, fühle ich jedenfalls. Nähe und Ferne, Desinteresse und Beobachtung. Hässlich schon als Kind.

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Januar 5th, 2015 at 8:09 pm

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Aus dem Tagebuch eines Taubenvergrämers

Habe kein Bargeld im Haus und kann dem Pizzaboten kein Trinkgeld geben. Biete ihm an, sich etwas aus der Wohnung im Wert von 2 € auszusuchen. Will mir ja nichts nachsagen lassen.

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Dezember 27th, 2014 at 6:01 pm

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Ein wichtiges Thema

- Ich beneide dich…
- Worum?
- Dass du so tun kannst, als würde dich dieses bescheuerte Thema wirklich interessieren.
- Es interessiert mich ja auch wirklich…
- …Echt?
- Ja.
- Du willst dich nicht nur wichtig machen und damit abkassieren?
- Nein. Das Thema liegt mir sehr am Herzen.
- Echt?
- Ja!
- Nein, oder?
- Doch!
- Warum?
- Es ist wichtig, dass darüber geredet wird.
- Aber alle reden doch rund um die Uhr seit Jahren darüber, immer das gleiche sagen sie, aber nichts passiert. Außer dass die, die darüber reden, damit Kasse machen.
- Das siehst du falsch.
- Ja?
- Ja.
- Echt?
- Ja.
- Na, dann… Noch ein Keks?
- Gern.
- Echt?

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Dezember 19th, 2014 at 7:53 pm

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Das war mein 2014.

Januar: Januar? Ich kenne keinen Januar.

Februar: Wenn etwas passiert ist, dann nicht in meinem Leben.

März: Oma lernt Jodeln.

April: Oma hängt das Jodeln wieder an den Nagel. Ich rede daraufhin nicht mehr mit ihr. Aber meine Körpersprache sagt: „Wenn du nicht langsam lernst, Dinge auch zu Ende zu bringen, dann wird nie was aus dir.“ Sie versteht und beginnt wieder zu jodeln.

Mai: Oma macht keine Fortschritte. Frage sie, warum sie nicht einfach das Jodeln an den Nagel hängt. Ist doch Geld zum Fenster rausgeworfen. Sie entgegnet, sie hätte total super gejodelt, als ich vorhin beim Bäcker war. Ich glaube ihr kein Wort, tue aber so, als würde ich ihr das vierte und achte Wort glauben.

Juni: Keine Erinnerung mehr an den Juni. In meinem Kopf war kein Platz mehr. Spiele mit dem Gedanken, mir einen Sekretär zuzulegen, der sich für mich erinnert. Habe aber Angst, er ist im Urlaub, wenn ich ihn mal brauche.

Juli: Habe mir ein paar Sekretäre angeguckt. Die haben verdutzt zurück geguckt.

Juli: Ach, hört mir mit dem Juli auf.

August: Wieder eine Fußball-WM verpasst. Keine Ahnung, wie ich das immer mache. Schon die WM in Deutschland zog unbemerkt an mir vorüber. Ich schaue den ganzen Tag fern, habe aber wohl immer zufällig umgeschaltet, bevor Fußball anfing. Das kann doch nicht sein. Ich wünsche mir etwas mehr Medieninteresse am Fußball. Schließlich zahle ich TV-Gebühren.

September: Immer wieder denke ich, es ist Oktober. Wenn ich das ausnahmsweise mal nicht denke, denke ich an Busen. 

Oktober: Der Oktober hat’s in sich. Ich sag’s Ihnen. Zwischendurch immer wieder der Gedanke: Oktober? War der nicht im September?

November: November? Der ist neu, oder? Muss mal meinen Sekretär fragen. Oder habe ich keinen Sekretär? Erinnere mich nicht. Muss mal meinen Sekretär fragen.

Dezember: Kann ich noch nicht sagen. Beginnt erst am Montag.

Written by januwefitz

Dezember 14th, 2014 at 10:07 pm

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Wieder nix

Der Maulwurf ist bei der Wahl zum Vogel des Jahres auch in diesem Jahr wieder leer ausgegangen. Und das, obwohl er im Vorfeld als der große Favourit galt. Im anschließenden Interview zeigte er sich kämpferisch: „Pfff. Dann halt 2015.“

Written by januwefitz

Dezember 8th, 2014 at 4:00 pm

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Freunde

„Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie ist es interessanter, über dich zu reden als mit dir.“

„Geht mir genauso.“

„Dann machen wir es doch einfach so: Wir treffen uns in einer Woche wieder und erzählen uns, was wir über den anderen bis dahin so gehört haben.“

„Gute Idee.“

 

Written by januwefitz

November 26th, 2014 at 3:25 pm

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